Rittergut Schlößchen

 
[]

Cornelius von Rüxleben wurde 1525 als siebenter Sohn von Kaspar von Rüxleben auf dem Erbgut Rüxleben bei Sangerhausen in Thüringen geboren. Sein 65-jähriges Leben war geprägt von einem rasanten Aufstieg als Günstling des sächsischen Kurfürsten August. 1560 erhielt Cornelius von Rüxleben, der zur damaligen Zeit als Jägermeister des Gebirgischen Kreises diente, das Vorwerk Porschendorf als Sicherheit für einen Kredit vom sächsischen Kurfürsten August. Vier Jahre später übereignete der Kurfürst dieses Anwesen an seinen Jägermeister als Lehen, wahrscheinlich konnte er den Kredit nicht zurückzahlen. Wann die einzelnen Häuser um das Gut Porschendorf entstanden, ist unbekannt. In der ersten kartographischen Darstellung aus den 1560er Jahren bestand bis auf die Gebäude des Vorwerkes mit seinen Feldern und Teichen keine bäuerliche Siedlung in der Nähe. Cornelius von Rüxlebens Sohn veräußerte Porschendorf 1621 an die Stadt Zschopau. Von letzterer erwarb es 1693 Curt Heinrich von Einsiedel, Besitzer der Rittergüter Weißbach und Dittersdorf. Anfang des 18. Jahrhunderts werden Mitglieder der Familie Schütze und danach Sachse als Eigentümer erwähnt. 1790 gelangte die Familie Philipp in den Besitz des Vorwerkes mit dem Schlößchen. Nach Verfügung über die Durchführung der landwirtschaftlichen Bodenreform vom 10. September 1945 und der Anordnung über die Aufteilung der Produktionsmittel aus der Bodenreform vom 23. Oktober 1945 wurden alle Besitzer von Schlössern, Guts­ und Herrenhäusern enteignet. Das Ackerland, der Wald sowie Gebäude- und Hofflächen wurde an Landarbeiter, landarme Bauern und Umsiedler aufgeteilt.