Seit wann Kinder in Dittersdorf eine Schulbildung bekamen ist nicht bekannt. Jedoch ist, anhand von Eintragungen in Kirchenbüchern udgl., davon auszugehen, dass es bereits Anfang des 16. Jahrhunderts Schulunterricht gab, der von dem jeweiligen Kirchner durchgeführt wurde. Kirchendienst und Schule sind bis ins 19. Jahrhundert miteinander verbunden. Jedoch konnte der Schulmeister von dieser Tätigkeit allein nicht leben. Deshalb war er bis ins 18. Jahrhundert hinein vornehmlich noch Handwerker. Der erste namentlich bekannte Schulmeister ist seit 1579 der Leineweber Petrus Lessingk. Sein Sohn Peter Leßig der Jüngere übernahm das Amt 1617. Er war ebenfalls Leineweber. Der Unterricht fand in seinem Wohnhaus statt. Mit steigender Einwohnerzahl war der Bau eines gemeindeeigenen Schulgebäudes notwendig. Dieses wurde um 1630 errichtet. Dieses Haus stand links neben dem Kirchenaufgang. Im Erdgeschoss befand sich der Unterrichtsraum und im Obergeschoss die Wohnung des Schulmeisters.
1767 wurde das Gebäude abgebrochen und durch ein neues Haus ersetzt, welches bis 1898 stand. Neben seiner Lehrtätigkeit hatte der Schulmeister viele andere Aufgaben im Kirchen- und Gemeindedienst zu erledigen. Dazu gehörten das Schreiben von Rechnungen, das Führen von Registern und andere Schreibarbeiten. Im kirchlichen Bereich war seine Aufgabe die Unterhaltung des Friedhofes und der Kirche sowie das Lesen der Messe und die kirchenmusikalische Gestaltung bei Kindtaufen, Hochzeiten und Begräbnissen, wobei dazu auch die Schüler mit einbezogen wurden.
1858 wurde mit dem Bau einer Schule mit 2 Klassenräumen und einer Lehrerwohnung begonnen. 1859 wurde sie eingeweiht. Diese Schule ist das heutige Mittelgebäude (Haus 2 od. „Alte Schule“) des Schulkomplexes. Auf Grund der ständig steigenden Schülerzahl reichten die Unterrichtsräume zum Ende des
19. Jahrhunderts nicht aus.
1897/1898 wurde ein neues, großes Gebäude errichtet. Es ist das rechtsseitig gelegene Haus 3, auch „neue Schule“ genannt. Die Einweihung war am 26. September 1898. Durch weitere Umbaumaßnahmen in der „alten und neuen Schule“ standen in beiden Gebäuden 8 Schulzimmer zur Verfügung. Der Sportunterricht fand ab 1932 in der Turnhalle statt.
Ab 1963 begann man mit dem Ausbau zur 10-klassigen polytechnischen Oberschule. Dazu war der Bau eines zusätzlichen Schulgebäudes (Haus 1) notwendig geworden. Die Grundsteinlegung erfolgte 1963 und am 1. September 1965 begann der Unterricht in den neuen Räumen. Es waren vier Klassenzimmer, ein Fachunter-richtsraum Chemie/Physik, ein Werkraum und notwendige Vorbereitungsräume. 1973 bis 1975 wurden neue Toiletten eingebaut und zuerst die Häuser 2 und 3 durch einen Pausengang verbunden. 1979/1980 wurde auch das Haus 1 an den Pausengang angebunden. 1992 wurden die Mittelschule und die Grundschule geteilt. Mit der Gründung der Gemeinde Amtsberg 1994 mit seinen Ortsteilen Dittersdorf, Weißbach, Schlößchen und Wilischthal begann eine neue Umstukturierung der Mittelschule. Ein Teil der Schüler wurde in Weißbach und ein Teil in Dittersdorf unterrichtet. Da dies jedoch mit großen Schwierigkeiten verbunden war, beschloß der Gemeinderat ab dem Schuljahr 1997/1998 die Grundschule in Dittersdorf und die Mittelschule in Weißbach einzurichten. Am 28. August 1997 wurde die Grundschule Amtsberg mit 191 Schülern und 10 Lehrkräften eingeweiht.
In den Folgejahren wurden weitere Sanierungsarbeiten durchgeführt. So erhielten die Gebäude neue Anstriche und neue Fenster. Auch ein Computerkabinett wurde eingerichtet, so dass die Grundschüler schon frühzeitig mit dieser Technik vertraut gemacht werden konnten.
Im Zuge der Umgestaltung der Grundschule mit einem Ganztagesangebot wurden im Haus 3 („neue Schule“) Veränderungen hinsichtlich der Nutzung der Räume vorgenommen. Im Erdgeschoss wurde ein Musikraum, ein Raum „Kunst und Gestalten“ und ein Werkraum eingerichtet. Im Obergeschoss wurde ein Gruppenarbeitszimmer und ein großer Gemeinschaftsraum (Aula), mit den erforderlichen Nebenräumen geschaffen.
Zugleich wurden Maßnahmen zur Gewährleistung des Brandschutzes und des Flucht- und Rettungsweges, entsprechend den neuen Vorschriften, durchgeführt.
U. a. wurden Decken saniert, Brandschutzwände und –türen eingebaut und das Gebäude mit einer Flucht- und Rettungswegtreppe versehen.
Derzeit besuchen die Schule ca. 150 Kinder und es sind 10 Lehrkräfte und 2 Mitarbeiter beschäftigt.