Am 20. Februar 1905 übernahm Bruno Müller sen. die Strumpffabrik von Herrn Oscar Kaden. Zu dem Anwesen gehörten ein kleines Fabrikgebäude mit Kesselhaus, Dampfmaschinenraum und Wirksaal sowie ein Wohnhaus.
1907 war auf dem Firmengelände ein Elektrizitätswerk errichtet worden, welches die Dampfmaschinen in den Firmen verdrängte und auch Haushalten Strom lieferte. Der Betrieb wurde 1922 eingestellt, weil der Strom nunmehr über das an der Weißbacher Straße errichtete Umspannwerk verteilt wurde.
Das Unternehmen entwickelte sich bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges solide und beständig. Es wurde, in Verlängerung des bestehenden Werksgebäudes, ein zweites, breiteres Gebäude errichtet. Außerdem wurden 15 neue Cottonmaschinen gekauft und eine größere Kesselanlage erstellt. Jedoch musste 1916 die Produktion eingestellt werden. Nach dem Krieg konnte die Produktion, trotz vieler Schwierigkeiten, wie z. Bsp. die Inflation 1924, wieder hochgefahren werden. Das neue Fabrikgebäude erhielt das obere Stockwerk, sodass weitere 9 Cottonmaschinen in Betrieb genommen werden konnten. In dieser Zeit übernahmen die Söhne Bruno jun. und Rudolf Müller die Firmenleitung. In der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929 – 1932 führten sie, trotz vieler Schwierigkeiten, die Firma erfolgreich durch die Zeit. Durch einen Vertreter auf dem holländischen Markt wurde die Firma auch außerhalb Deutschlands bekannt und ihre Waren nahm eine anspruchsvolle Kundschaft mit steigendem Interesse auf.
Am 1. Januar 1937 wurde die Firma in eine Offene Handelsgesellschaft umgewandelt.
Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges wird die Belegschaft stark dezimiert und Rudolf Müller zum Wehrdienst einberufen. Am 22. September 1941 stirbt der Gründer Bruno Müller sen.
Am 5. März 1945 wurde 1/3 der Betriebsanlagen durch Bomben zerstört. Nach Kriegsende konnten durch viele hilfsbereite Kräfte die Betriebsanlagen wieder instandgesetzt werden, so dass Ende 1945 die Produktion wieder anlaufen konnte. In den Folgejahren konnten, besonders durch die Teilnahme an der Leipziger Messe, neue Aufträge abgeschlossen werden, die zu einer positiven Entwicklung des Unternehmens beitrugen.
Am 1. Januar 1958 wird die Firma in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und 1972 erfolgt die Zwangsverstaatlichung. Sie heißt jetzt VEB Strumpfwaren Dittersdorf.