Ernst Richard Hilbert gründet am 1. Oktober 1910 seine Strumpffabrik in der Räumen der sogenannten Teichfabrik in der Schmiedgasse 1. Eine erste Anzeige erscheint im Handelsregister Zschopau unter der Nr. 286 am 11. Juli 1912. In der Firma werden Rundstrickstrumpfwaren hergestellt. 1912 kauft die Firma die bestehende Strumpffabrik Ernst Frenzel und zieht am 15.Juli 1912 in das Gebäude an der Poststraße 22 ein.
Jetzt wird die Produktion auf die Herstellung von Cotton-Damenstrümpfen aus Baumwollflor und Naturseide sowie auf Cotton-Herrensocken erweitert. Außerdem werden erste Versuche mit der Herstellung von Strümpfen mit der Bemberg-Kunstseide (Kupferseide der Fa. J. P. Bemberg AG Elberfeld) unternommen.
Laut Eintragung im Handelsregister Zschopau vom 27. Januar 1919 tritt Karl Hermann Lohs mit einem Anteil von 50% in die Handelsgesellschaft ein.
1923 wird ein neues Fabrikgebäude errichtet, welches 1928 aufgestockt wird. Damit wird durch den Erwerb weiterer Cottonmaschinen die Produktion wesentlich erweitert. 1938 sind in der Firma 150 Mitarbeiter beschäftigt. Die Waren werden nach England, Holland, Belgien, Luxemburg, Dänemark, Niederländisch-Indien und Südamerika exportiert.
Während des zweiten Weltkrieges bricht die Produktion von Damenstrümpfen auf Grund von Materialmangel, fehlenden Arbeitskräften und Absatzmärkten zusammen. Sie kann auch nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen werden. Die vor dem Krieg erworbenen Cottonmaschinen müssen in den fünfziger Jahren verschrottet werden.
1950 geht Karl Hermann Lohs in die Bundesrepublik. Seine 50% Betriebsanteile werden „Volkseigentum“. Jedoch bleibt die Firma weiterhin Privatbetrieb.
Am 30. März 1953 stirbt der Gründer der Firma Richard Hilbert. Ab dem 28. Juli 1953 leiten sein Sohn Karl und seine Schwester Dora Hilbert die Firma bis 1972 unter schwierigen Bedingungen. Sie betreiben, neben der Strumpfproduktion, eine Weiferei und Zwirnerei. Am 21. Dezember 1972 wird die Firma zwangsenteignet und geht in Staatseigentum der DDR über. Sie wird umbenannt in VEB Weiferei Dittersdorf und später in das Kombinat ESDA Thalheim, Betrieb „Max Roscher“ Gornau überführt.
Nach der Wende, 1993, wird die Firma in die Richard Hilbert OHG rückübertragen. Aber da sich die Firma in Liquidation befand, musste das Grundstück verkauft werden. Nachfolgend wechselten mehrfach die Eigentümer. 2013 erwarb das Grundstück die Firma Bäderfachgeschäft Ludwig GmbH Stollberg und sanierte die Gebäude. Seitdem werden die Gebäude von der Firma und anderen Betreibern genutzt.